Selbständige Bauvermessung für mehr Effizienz
Seit die Rhiem & Sohn GmbH das GNSS-Vermessungssystem ppm10xx zero einsetzt, hat der Spezialist für Tiefbau und Abbruch einen Effizienzschub erfahren. Die Poliere können nun Messungen selbst vornehmen und die Vermessungsprozesse sind digitalisiert, was die Abläufe wesentlich beschleunigt.
Rhiem & Sohn verfügt über 80 Jahre Branchenerfahrung im Bereich Abbruch, Entsorgung und Baustoffwiederaufbereitung bis hin zu Tiefbau, Erd- und Kanalarbeiten. Das unternehmenseigene Kieswerk rundet das Portfolio ab. Heute beschäftigt Rhiem & Sohn ca. 180 Mitarbeitende.
Rund um den Firmensitz in Erftstadt, in Nordrhein-Westfalen, ist das Bauunternehmen in zahlreichen Projekten gleichzeitig beschäftigt und arbeitet derzeit an über 60 aktiven Baustellen. Aufgrund der Auftragslage und der weit verteilten Projekte, kamen die beiden angestellten Vermesser von Rhiem & Sohn immer wieder an ihre Auslastungsgrenze. Mit dem Ziel, diesen Engpass zu überwinden, suchte Rhiem & Sohn nach einer Lösung, mit der die Poliere auf der Baustelle selbst Messungen vornehmen konnten, ohne dabei Abstriche bei der Genauigkeit machen zu müssen.
ppm10xx zero: Anwenderfreundlich und hochgenau
Eine geeignete Lösung fand Rhiem & Sohn im ppm10xx zero. Kernelement dieses Systems ist ein Mehrfrequenz RTK-Empfänger, der in Kombination mit einem Messstab und einem Tablet ein komplettes Vermessungssystem ergibt. Die Benutzerführung ist dabei so intuitiv gestaltet, dass keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich sind, um Messungen durchzuführen.
Die Neigungskompensation des Geräts erleichtert die Vermessung in Eigenregie wesentlich. Dabei gleicht die integrierte IMU eine Schräghaltung des Messstabs zuverlässig aus, so dass auch dann noch genaue Positionsdaten erfasst werden, wenn der Messstab nicht lotrecht gehalten wird. Insbesondere im städtischen Gebiet ist das ein entscheidender Vorteil, weiß Luca Döring, Vermessungstechniker und Abrechner bei Rhiem & Sohn:
„Direkt am Gebäude ist es nicht möglich, den Messstab gerade zu halten. Mit dem ppm10xx zero können wir den Messstab unbegrenzt schräg ansetzen und erhalten dennoch exakte Messdaten vom jeweiligen Punkt, den wir erfassen wollen.“
Gleichzeitig verbessert die Neigungskompensation auch die Nutzerfreundlichkeit.
„Ich als Vermessungstechniker habe mir eine ruhige Hand antrainiert, so dass es mir nicht schwerfällt, den Messstab gerade auszurichten“, sagt Döring. „Die Poliere haben jedoch einen anderen Fokus und finden es hilfreich, die lotrechte Ausrichtung des Messstabs nicht permanent über eine Dosenlibelle überprüfen zu müssen.“
Auch die Konstruktion der Lösung ist auf Ergonomie ausgerichtet: Eine leichte Helix-Antenne ist in den Messstab integriert und alle schwereren Komponenten sind in der Mitte des Messtabes verbaut. Damit wird die bei Vermessungssystemen oft so hinderliche Kopflastigkeit vermieden. Das Eingabegerät, bei Rhiem und Sohn ein Samsung Galaxy TAB Active 5 Pro, wird über Low Energy Bluetooth verbunden, so dass keine störenden Kabel im Weg sind.
Gleichzeitig sind die erfassten Daten zentimetergenau: Der ppm10xx zero verarbeitet die Daten verschiedener GNSS-Systeme (GPS, GLONASS, GALILEO und BEIDOU) mit annähernd allen Frequenzen. Damit stehen selbst in ungünstigen Umgebungen, beispielsweise in Straßenschluchten oder unter Bäumen, immer ausreichend Satelliten zur Verfügung.
Digitalisierte Vermessungsprozesse
Alle erfassten Messpunkte lassen sich nahtlos und ohne Medienbruch weiterverarbeiten. Dafür werden die Daten über einen OneDrive-Account in die Cloud hochgeladen. Von dort aus übernehmen die beiden Vermesser die Daten in die CAD-Software AutoCAD Civil 3D oder in die Abrechnungssoftware des Unternehmens.
Wie sehr dieses Vorgehen die Prozesse erleichtert, zeigt sich am Beispiel der Abraumentsorgung, für die kein Vermesser mehr auf eine Baustelle fahren muss. Die Poliere erfassen die Ober- und Unterkanten des Aushublochs, übertragen die Daten in die Cloud und der Vermesser im Büro kann anhand der Daten die Rechnung erstellen.
Der Prozess funktioniert auch in umgekehrter Richtung: Hat der Vermesser Daten vom Kunden erhalten, kann er sie in die Cloud übertragen, so dass die Poliere auf der Baustelle die Punkte mit dem ppm10xx zero abstecken können.
Schnell einsatzbereit und wirtschaftlich
Innerhalb von nur zwei Tagen war das neue Vermessungssystem einsatzbereit. Parallel zur Auslieferung der sechs ppm10xx zero Systeme vereinbarte der Fachhändler IMATEC aus Bonn einen Schulungstermin mit dem Hersteller ppm GmbH. Michael Villis von der ppm GmbH war anschließend zwei Tage vor Ort, um das System zu erklären und den praktischen Einsatz zu trainieren. Anschließend waren alle so gut mit dem System vertraut, dass sie es mit auf die Baustellen nehmen konnten.
Auch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit kann der ppm10xx zero punkten, denn im Gegensatz zu den meisten Vermessungssystemen fallen keinerlei Lizenzgebühren an. Das macht sich über die lange Nutzungsdauer durchaus bemerkbar:
„Ein Vermessungssystem hat man meist rund 10 Jahre in Betrieb. Fallen jedes Jahr Gebühren an, so kommen schnell hohe Kosten zusammen“, sagt Döring.
Dass keinerlei Folgekosten auf die Kunden zukommen, sieht auch Ekrem Imam, Inhaber von IMATEC als Vorteil. Außerdem schätzt er die Zuverlässigkeit des Systems:
„Ich verkaufe die Lösung nun bald seit 5 Jahren und habe bisher nur positives Feedback bekommen, nie wurde etwas zurückgeben“, so Imam.
Auch die einfache Handhabung bietet nicht nur Vorteile für den Anwender, sondern auch für den Fachhandel:
„Für die Systeme von anderen Herstellern muss man studiert haben, um sie bedienen zu können. Der ppm10xx zero ist so einfach in der Handhabung, dass ihn nach einer kurzen Schulung praktisch jeder einsetzen kann. Damit habe ich als Fachhändler die Möglichkeit, einen weit größeren Kundenkreis zu adressieren. Eine klassische Win-win-Situation.“
Fazit
Die Baubranche sieht sich einem Spannungsfeld aus begrenzten personellen Ressourcen und zunehmendem Effizienzdruck gegenüber. Bauunternehmen können ihr Geschäft mit digitalen und einfachen Lösungen für diese Anforderungen zukunftssicher aufstellen.
Rhiem & Sohn ist ein Spezialist für Abbruch, Entsorgung und Baustoffwiederaufbereitung bis hin zu Tiefbau, Erd- und Kanalarbeiten. Das unternehmenseigene Kieswerk in Erftstadt rundet das Portfolio ab. Das mittelständische Familienunternehmen hat seinen Hauptsitz in Erftstadt und bearbeitet Projekte in ganz NRW. Rhiem & Sohn verfügt über 80 Jahre Brancheerfahrung und beschäftigt heute rund 180 Mitarbeitende.

